Drunter und drüber in Osaka

Von Yoshino nun über Yoshino-Guchi nach Osaka. Umstiegen war wieder etwas heikel, nachdem ich nicht genau wusste welchen Zug ich nehmen musste. Der einzige Mensch in Sichtweite war eine Kioskverkäuferin die auf mein Frage: „Osaka?“ nur mit „Osaka“ und irgendwas japanisches antworten konnte. Also wieder Zeichen vergleichen (Irgendwas mit Dach und dann so ein gewurschtel … hmm das passt 大阪市 )Ich hatte Glück, der nächste Zug der kam war ein Express und es stand Osaka dran 😉
Osaka ist Japans drittgrößte Stadt mit 2,5 Mio Einwohnern. Sehr laut und hektisch und einfach eine japanische Großstadt wie man sie sich vorstellt. Riesiglange Arkaden mit tausenden Geschäften ziehen sich durch die südliche Hälfte der Stadt, Autobahnen und Straßen winden sich über den Köpfen durch die Stadt. Und spätestens wenn es dunkel wird und die Lichter angehen findet man sich direkt im Film Blade Runner wieder.
Es gibt durchaus auch schöne Ecken, viele kleine Restaurants und Bars. Und gerade im America-Mura (Amerika-Viertel) kann man etliche schräge Jugendliche beobachten. Momentan ist die Amy Winehouse Frisur ziemlich in … allerdings bei Männern 😉
Mit dem Shinkansen zurück nach Tokyo wo ich grade im Hotel angekommen bin und die Aussicht auf die Tokyo Bay genieße. Schade die letzte Nacht steht bevor.

Sakoya?

Ein Getränkeautomat! Was kühles zum trinken, ich bin gerettet. Zur not schlafe ich daneben.
also kurz erfrischt und durch den Ort die ausgestorbene Häusersammlung gezogen. Mitten in den Bergen, niemand zu sehen. Hier und da Licht, wo ist das Ryokan. In einem Hof sah ich jemanden stehen den ich in gekonntem nicht-japanisch mit den Worten „Sakoya“ begrüßte … so heißt das Ryokan 😉
Er wusste zum Glück Bescheid und bracht mich gleich hin.
Ich wurde auf’s herzlichste Begrüßt, mit einem Entspannungs-Ingwer-Gelee-Getränk im Emfangbereich postiert. Auf die Bemerkung hin dass ich lieber gerne meine pitschnassen Klamotten wechseln würde bevor ich mich entspanne winkten sie nur ab. Die Details eines Ryokan erkläre ich morgen noch mal.
Aber ich sage nur es war die Entspannung pur. Zu jedem guten Ryokan gehört ein Onsen, ein japanisches Bad gespeist mit Wasser aus heissen Quellen. Dazu gehört eine aufwendige Waschzeremonie.
Nachdem ich mich in dem tollen Aussen-Jakuzi mit heissem Wasser und Sake vom Fass entspannt hatte, schnell in den Kimono geschlüpft, der in einem Ryokan obligatorisch ist, und ab zum Kaiseki. Auch hier eine traditionelle Art ein japanische Abendessen zuzubereiten. Ich habe über 20 kleine Schüsselchen und Gefäße gezählt. Wirklich unglaublich.
Währenddessen wurde das Zimmer umgebaut und mit Futons ein Bett hergerichtet.
Ich habe schon lange nicht mehr so gut geschlafen!
Am morgen wieder eine Runde ins Bad und noch ein entsprechendes Frühstück auf der Terrasse.
Ich kann nur jedem empfehlen mal ein Ryokan zu besuchen. Hier erfährt man das Japan so wie man es sich vorstellt.


Ich werde noch genauer berichten, aber es ist schon wieder ziemlich Spät und sitze jetzt in Osaka im Hotel. Ansonsten, für die Teile wo ich keine Bilder machen konnte: Ryokan Sakoya

How To Survive in Japan: Getränke besorgen

Sie sind überall: Getränkeautomaten. Selten muss man mehr als 50m laufen um zur nächsten Getränkeautomaten-Reihe zu kommen. Sie stehen wirklich an den entlegensten Orten und sind immer gut bestückt.

„Hallo, hört mich jemand?“

Jetzt ab in den Express nach Oiji. Ihr wisst ja: Oiji, Tanada, Yoshino-Guchi, Yoshino, Yoshino-Yama. Jeweile mit Umsteigen. Mist, das könnte eben Oiji gewesen sein. Na dann 15 min später auf das Gegengleis und wieder zurück. Leider kein Express, die Rückfahrt waren jetzt leider schon mal 30 min plus Wartezeit.
Ah, Tanada da steht es ja. Kein Problem. Und schon bin ich da – leider steht hier nichts von Yoshino-Guchi, also rumfragen, in die Goji Linie, 30 Minuten warten, na gut.
Tatsächlich nach Yoshini-Guchi gefunden, die Züge werden immer kleiner und langsamer, die Orte auch und auch die Mitfahrer. Hier ist doch schon lange keiner mehr im Zug? Was ist los?
Ich blättere noch mal durch den Reiseführer – nein ich bin richtig, aber das steht die Gondel ist nur bis 17 Uhr geöffnet und es ist schon 18 Uhr, hmm.
In Yoshino-Guchi angekommen ist es dunkel und die Gondel tatsächlich geschlossen. Also den Fussweg unterhalb der Gondel, steil den Berg rauf, durch den Wald, im dunkeln – bepackt mit Rucksack, der besagt schwere Trolly und Fototasche. Es gäbe bestimmt andere Wege, aber hey dass klappt schon.
Nach dem sonnigen Tag war es doch ziemlich schwül und immer noch 26 Grad – ich hab noch nie so meine Klamotten durchgeschwitzt.
Endlich oben angekommen stand er vor mir, der allgegenwärtige Lebensretter. Deshalb eine kurze Unterbrechung für ein H2SJ Spezial!

Nach Nara und wieder weg

Erst mal Sorry für das späte Update, aber gestern gab es ausnahmsweise mal kein Internet, ihr werdet sehen warum.
Schwer bepackt mit meinem großen schweren Trolly (bitte merken, auch das wird wichtig) ging gleich früh mit dem Japan Rail Express nach Nara, ein für Japan wirkliche Kleinstadt. An sich wieder keine erwähnenswerte Stadt wären da nicht, ist klar, die Tempel und Schreine.
Für die heutige Übernachtung war eine traditionelles Ryokan, eine japanische Pension, auf dem Plan. Also nach der Ankunft erst mal hin und das Gepäck loswerden. Komisch, wo ist dieses Yoshino-Yama?
Die freundliche Dame bei der Touri-Info wusste sofort Bescheid, zückte einen Zettel: Von hier nach Oiji, umsteigen nach Tanada, dann umsteigen nach Yoshin-Guchi, dann nach Yoshini und dann nur noch die Gondel nach Yoshino-Yama – dauert 2 Stunden.
Puhh, also doch lieber das Gepcäk wegschliessen und dann später direkt hin, und vor allem da bleiben!
Gibt ja zum Glück überall Schließfächer.
Da meine Füße mittlerweile wirklich bedroht sind und auch das Wetter super war hab ich mir am Bahnhofe ein Fahrrad gemietet um die Stadt zu erkunden.
10 Minuten mit dem Rad und schon ist man in einer großen Parkanlage in der sich viele Tempel und noch mehr freilaufende Rehe befinde (angeblich 3000, ich hab sogar eins über einen Zebrastreifen laufen sehen, ungelogen 🙂 )
Hauptattraktion ist der Tōdai-ji, das größte Holzgebäude der Welt, wirklich beeindruckend. Im inneren steht eine riesige Buddha-Statue – 16m hoch, 450t schwer. Sehr beieindruckend.Wiki: Tōdai-ji
Auch der Rest der Parkanlage ist vollgestopft von sehenswerten Ecken.
Jetzt aber ab nach Yoshino-Yama, bevor es zu spät wird.

Was ess ich da?

Nach der Pause rüber in den nächsten Tempel mit einer sehr schönen Gartenanlage und dann mal ab in die Innenstadt. Mal wieder um sämtliche Ecken gezogen bis ich am wirklich coolen Kyoto Station Gebäude angekommen bin.
Zeit zum Abendessen, hier gibt es massig an Restaurants also ab in ein Yakitori, kleine Spieße vom Blumenkastenartigen Holzkohlegrill, hab mir mal ein Menu bestellt bei dem ich die hälfte nicht zuordnen konnte aber es war saulecker.
Jetzt noch den Abend in einer Bar ausklingen lassen, hab ein cooles Café gefunden und in dem Club in den ich wollte war leider um 12 noch nichts los. Zurück ins Hotel, meine Füße danken es mir.
Morgen geht es weiter nach Nara

Wohin des Weges?

Nach dem ich endlich mal zeitig wach war gab es zuerst ein ausgiebiges Frühstück im Hotel. Interessant war das Japanische Frühstücksbuffet, wovon ich das meiste wirklich noch nie gesehen habe. Auch zum Frühstück gibt es hier Fisch in gedämpfter, geräucherter und eingelegter Form, verschiedene Gemüse, Miso-Suppe und Reis. Ich fand’s gut, hab dann aber noch mal Nachschlag am englischen (Rührei, Speck, Würstchen) und französischen (Croissant und French Toast) Buffet geholt – wow ein 3 Gänge Frühstücksmenü.
So gestärkt also ab in die Hügel und zu den Tempeln. Durch den Weg der Philosophen zum Ginkaku-Ji.
Leider wurde ich durch stärkeren Regen zum abbrechen meiner Tour gezwungen und mach grade eine Pause im Hotel. Gleich geht’s weiter

Tempel oder Schrein, egal: rein!

Bevor wir alle einen Tempel-Schreib-Koller bekommen, was vorherzusehen ist in Kyoto. Erst mal langsam anfangen und nur einen Schrein besuchen, danach mal durch die Stadt laufen.
Kyoto Innenstadt ist, bis auf ein paar Ecken, eher unspektakulär. Außerdem gefühlt nicht besonders groß trotz 1,5 Mio Einwohnern. Aber nach Tokyo wirkt ja alles nur noch klein.
Ich freu mich auf einen entspannten Tag morgen in den Bergen um mir die schönen Tempelanlagen anzuschauen, um euch dann morgen mit Bilder dazu zu vollzuladen 😉